Quelle: Buckower Prisma Dezember 2005 Betrieb des Monats

Mit Palm Reisen gehen Träume in Erfüllung

Yvonne Palm träumt gerne. Und sie verkauft Träume. Träume, die ebenso in Erfüllung gehen wie ihr eigener Traum. Seit Anfang September des Jahres führt sie ein Reisebüro am Buckower Damm 199 in eigener Regie. Mit „Palm Reisen“ ist ihr großer Traum in Erfüllung gegangen. Und in Buckow fühlt sich die Rudowerin besonders wohl.

„Ja, wie hat es begonnen?“ Yvonne Palm zögert einen Moment, dann aber sprudelt es aus ihr heraus.

1996 absolviert sie ein Schulpraktikum in einem Reisebüro in Tempelhof. „Seit dem war mir klar, dass ich im Reisebüro arbeiten möchte, koste es, was es wolle“, erzählt sie freimütig.

Yvonne Palm hat sich den ersten Traum erfüllt. Doch die junge Frau träumt weiter, träumt davon, ein eigenes Reisebüro zu gründen.

Yvonne Palm ist nicht der Typ, der abgehoben über den Wolken schwebt. Mit beiden Beinen steht die 25 jährige blonde Frau im Leben. Bodenständig ist sie. Neben der harten unternehmerischen Arbeit im Reisebüro managt sie in ihrer Freizeit die katholische Fußballmannschaft St. Joseph. Seit neun Jahren organisiert sie Spiele und Turniere, macht die Kasse und besorgt Trainingsmaterial für das Team, alles Männer im Alter von 16 bis 35 Jahren.

Yvonne Palm denkt schon früh pragmatisch. Schule sei nicht ihre Stärke gewesen, meint sie. Doch das ist nur zum Teil richtig. In der Schule war einfach kein Raum für ihren Traum. Mit Beginn der 10. Klasse bricht sie die Schule abrupt ab. Sie will lieber arbeiten und Geld verdienen. Yvonne Palm arbeitet nun, Geld verdient sie allerdings nicht. Im Gegenteil. Sie bezahlt noch für ihre Arbeit.

„Kurz nach meinem Abgang von der Schule las ich etwas über die Schule für Touristik. Neue Möglichkeiten öffneten sich“. Und so entschied ich mich für eine schulische Ausbildung als Reiseverkehrsfachkraft.

Die aber war nun leider kostenpflichtig. Das Arbeitsamt half nicht weiter.“

Eine schier ausweglose Situation. Ganztägig in die Schule gehen und nebenher arbeiten geht nicht. Palms Eltern springen ein und zahlen die Schulgebühr. Die junge Frau kommt ihrem Traum näher. Nach erfolgreichem Abschluss der Fachschule für Touristik darf sie sich Reisebürofachkraft nennen. Pausenlos geht es nun weiter. Unermüdlich schreibt sie Bewerbungen. Nun will sie eine von der Industrie und Handelskammer anerkannte Ausbildung zur Reisebüroverkehrsfrau beginnen. Mit Erfolg. Ein Reisebüro in Adlershof gibt ihr eine Chance. Palm lernt dort viel, wie sie sagt, verbringt eine sehr schöne Zeit dort und führt das Reisebüro zur vollsten Zufriedenheit ihrer Chefs alleine.

Um weiter praktische Erfahrungen als Reiseexpertin zu sammeln, wechselt sie zur „Konkurrenz“.

„Dort war ich drei Monate. Drei Monate zuviel! Die Chefin zahlte mir und den anderen Angestellten kein Gehalt. Und wenn, kam mal ab und zu etwas in bar.“

Yvonne Palm strahlt Würde aus. Mutig, aber nicht unbedacht, kündigt sie die Stelle. Mit ihrem Traum vom eigenen Reisebüro im Herzen geht sie geradlinig zum Arbeitsamt, schildert die Missstände, kündigt im Einvernehmen mit der Behörde die Stelle und nimmt von der EU geförderte Kurse in Buchhaltung, Steuern, Personal-, Gesellschafts- und Vertragsrecht. Alles Dinge, die man für eine erfolgreiche Existenzgründung im Reisegewerbe unbedingt braucht.

Im April dieses Jahres kommt die Überraschung.

„ Meine alte Chefin aus Adlershof rief mich an und fragte mich, ob ich an ihrem Reisebüro Interesse hätte. Das war genau das, was ich wollte. Ich kannte alle Kunden, und die Kunden kannten mich! Einen besseren Anfang hätte es nicht geben können!“

Alles zerplatzt jedoch wie eine Seifenblase. Ihre ehemalige Chefin wird wankelmütig und zieht ihr Angebot zurück. Doch wer sät, der erntet. Und so dauert das Unglück nicht lange an. Das Telefon klingelt, Yvonne Palm nimmt den Hörer ab.

 „Guten Tag Frau Palm, Sie haben doch Interesse an einem Laden? Am Buckower Damm 199 ist ein Laden frei, der für ein Reisebüro genau das Richtige wäre.“ Eine Immobilienfirma, die mit der Suche eines Ladens beauftragt war, rief nach einem Jahr an.

 „Auf einmal war er da… Mein Traum vom eigenen Reisebüro.“ Ende Juli wurde der Vertrag unterschrieben

„Ich war super glücklich, aber es ging auf einmal so schnell.“ Psychologen wissen, wenn lang gehegte Träume in Erfüllung gehen, kann das zu Depressionen führen. Yvonne Palm wird es mulmig. Doch sie tut genau das Richtige, das, was der Begründer der modernen Psychologie, Sigmund Freud, schon damals seinen Klienten empfahl. Sie hört auf ihre weibliche Intuition, schöpft Kraft aus der Liebe zu ihrer Arbeit und organisiert die anstehenden Aufgaben. Viel Zeit bleibt ihr nicht, bis zur Eröffnung im September.

 „Alles musste raus. Die Decke, der Fußboden und, und, und… Hätten wir nicht Hilfe von Freunden, Mannschaftskameraden und Verwandten gehabt, hätten wir es nie bis zum 1. September geschafft. Jeder half auf seine Weise mit. Jeder machte das, was er konnte! Aber das Ergebnis war es wert!“

Stolz steht Yvonne Palm in ihrem Reisebüro und stellt gerade Preisvergleiche für einen Kunden an. „Wissen Sie, nicht alles was gut ist, muss auch teuer sein….“. Diesem Grundsatz treu bleibend, prüft sie die Angebote für die Kunden. Leicht ist das nicht, denn Yvonne Palm bietet jeden Reiseveranstalter an. Privattransfer von zu Hause zum Flughafen und vom Flughafen nach Hause gehören zum selbstverständlichen Service.

Wenn Yvonne Palm neben der Arbeit und dem managen der Fußballmannschaft noch Zeit bleibt, geht sie mit aufs Spielfeld. Seit 13 Jahren pilgert sie an den spielfreien Tagen ihres Teams zu den Spielen von Hertha BSC. Klar, dass sie neben Konzert- und Theaterkarten Tickets für die Heimspiele von Hertha BSC in ihrem Reisebüro verkauft.

Viele Menschen, deren Träume in Erfüllung gehen, vergessen allzu leicht, wer ihnen im Leben zur Seite stand.

Nicht so Yvonne Palm. Mehrfach betont sie voller Dankbarkeit in der Stimme, dass ihr Traum ohne die Hilfe und das Vertrauen ihrer Eltern und vieler Freunde nicht in Erfüllung gegangen wäre.

„Meine Eltern, Peter und Petra Palm, unterstützten mich, wo sie konnten. Sie sprachen mir Mut zu und setzten ihre finanziellen Mittel für meine Bildung und meinem Traum vom eigenen Betrieb ein. Danken möchte ich auch meinen Freunden Alex Gehrmann, Alex Kempke, Amadeus Brixy, Christian Schmidt, Heiko Waaske, Kai Waaske, Karsten Schmidt, Sebastian Krause, Sabina Pawollek und allen, die ich vergessen habe.....

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Palm Reisen Buckower Damm 199 in 12349 Berlin  | palm-reisen@arcor.de